Die Erfolgsgeschichte von Max Kepler: aus Europa in die MLB
Um möglichst mehr über Baseball als Kind zu erfahren, war Max Kepler gezwungen bis spät in die Nacht aufzubleiben. Damals war diese Sportart in Berlin kaum vorherrschend, so war es schwierig für den zukünftigen Major Leager Baseball-Spiel Übertragung im TV zu finden.
Von Kindheit an war Kepler ein „Yankees“-Fan, genau gesagt ein Fan von Derek Jeter. Um sein Spiel anzuschauen, musste Keplers Familie sich bemühen. Sie erwarben einen Fernsehkanal NASN, auf dem die amerikanischen Sportarten übertragen wurden. Max sah Baseball Matches, die um 2:00 oder 4:00 Uhr begannen.
Keplers Weg zur Major League und „Twins“ unterscheidet sich nicht von meisten seinen Kollegen. In „Twins“ ist Max der Right Fielder mit einem OPS von .821, 15 Home Runs und ist jetzt einer der erfolgreichsten Rookies in diesem Sport.
In der MLB Geschichte gab es 44 Spieler deutscher Herkunft. Viele von ihnen wurden im Ausland geboren, weil ihre Eltern Dienst in den Streitkräften in den USA hatten und später kehrten diese Spieler zurück, um in den USA Baseball zu spielen.
Kepler wurde in Deutschland geboren und aufgewachsen. Seine Eltern sind die Balletttänzer (Mutter – die Amerikanerin, Vater – der Pole), die in Berlin trafen und entschieden dort zu bleiben und Familie zu gründen. Er hatte keine Ambitionen von Baseballstar, aber im Jahr 2009, als Max 16 war, unterzeichnete er einen $ 775.000 Vertrag – es war die größte Summe, die jemals ein Baseballer europäischer Herkunft verdiente.
Baseball sucht immer mehr nach europäischen Spielern. Bill Bavasi, der Leiter des MLB Scouting Bureau, sagte, dass man nach den Baseballern in Europa suchen soll, denn es gibt dort große Chancen für die Entwicklung.
Da der Preis für Amateur-Baseballspieler weiterhin in Lateinamerika, Kuba, sowie in Korea wächst, könnte Europa der nächste ungenutzte Markt sein.
Kepler nahm Baseball nicht für ernst, bis er fast ein Teenager war. Er spielte für einen lokalen Fußballclub „Hertha BSC“ und Baseball war für ihn nur ein Hobby. Als Max sieben Jahre alt war begann er zweimal pro Woche zu spielen, hatte aber fast keine gute Leistungen und dachte, dass Baseball sehr langweilig ist.
„In der Tat, ist es nicht leicht für Menschen, die ihre Kinder am Sport sich beteiligen wollen“, – sagte Terry Ryan, ehemaliger Manager von „Twins“. „Sie müssen mehr tun, um wirklich guten Baseball zu finden“.
Keplers Freunde spielten Fußball. Max wurde von ihnen kritisiert, als er sagte, dass er in der Zukunft Baseball spielen will. Sein Vater hoffte auch, dass er Fußball wählen wird.
Ohne besondere Unterstützung des Baseballs in Berlin, versuchten die Ligen, in denen Kepler spielte, die Baseball-Kultur unter Jugend zu entwickeln. Sie wollten ein Baseballspiel möglichst ähnlich dem amerikanischen Spiel zu machen, vom Essen, bis zu den Fans.
„Sie versuchten alles zu amerikanisieren und die Atmosphäre, wie in Amerika zu machen, auch wenn es nicht so war“ – sagte Terry Ryan. „Alle, die sich auf dem Feld und den Rängen befanden, schreien die Baseball-Begriffe mit dem schweren deutschen Akzent. Es schuf eine gute Stimmung, denn jeder auf dem Feld hatte den Traum, echt amerikanisches Spiel zu besuchen“.
Es gab auch keine große Konkurrenz. Sobald Kepler sich dem Sport widmete, versuchte er für sich neue Herausforderungen zu finden. Als er 13 war, begann er in den Ligen zusammen mit 20-jährigen und noch älteren Baseballer zu spielen. Im Alter von 15 zog er in ein Internat in Bayern, um sich vor Scouts vorzustellen, und dann unterzeichnete er den Vertrag mit „Twins“.
Keplers Erfolg in diesem Jahr kann solche Auswirkung haben, dass viele Teams die europäische Baseballer mehr ernst nehmen werden. Kepler könnte ein Beispiel für die nächste Generation deutscher und kontinentaler Talente sein und für Organisationen, die sie zu erwerben wünschen. Oder er könnte eine Ausnahme bleiben.
Ryan sagte, dass Europa ihn an Australien vor Jahrzehnten erinnert, als es damit begann, Spieler wie Dave Nilsson und Graeme Lloyd zu exportieren. Aber diese beiden bleiben der Goldstandard des australischen Baseballs, mit nur einem Spieler, der in die Major League von dort in den letzten fünf Jahren kam.
„Ich weiß, dass Baseball in Europa immer weiter vorangebracht wird“, sagte Ryan. „Ich vermute, dass mit solcher Aufmerksamkeit, die diese Sportart in Deutschland bekommt, wird das Interesse an die lokalen Talente kontinuierlich steigen“.